Kunst und Körper - 
Ein körperorientierter Kunstworkshop für trans* BIPoC

In diesem Workshop habt ihr die Möglichkeit, euren Körper durch kreatives Schaffen ganz neu zu entdecken. Durch Körperreisen und geführte Meditationen zu Kraftorten könnt ihr zunächst eure Körperwahrnehmung und Achtsamkeit schulen. Anschließend habt ihr den Raum das Erlebte künstlerisch festzuhalten. Dabei könnt ihr euch beispielsweise experimentell mit Zeichenübungen oder mit Malen mit dem ganzen Körper (mit nicht dominanter Hand, Mund, Rücken etc.) austoben. 


Der Workshop bietet euch einen wertfreien Rahmen mit einem Fokus auf trans* BIPoC Empowerment. In einer Gruppe von Menschen mit gleichen Interessen und ähnlichen Erfahrungen könnt ihr sowohl euren Körper, als auch eure künstlerische Arbeit ohne Wertung beobachten. 


Durch die Verbindung von Kunst und Somatik können kreative und achtsame Zugänge entstehen. Wir wollen euch zu einer ganzheitlichen Selbstentfaltung ermutigen, indem ihr euch beispielsweise fragen könnt: Wie verändert mein Atem, die Linien, die ich ziehe? Wie hinterlasse ich ohne Hände, Füße und Mund Spuren auf dem Blatt?



Wann? 02.06.24 von 10-17 Uhr
Wo? Köln Südstadt, Ort wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Wie? Anmeldung per Mail an info@lako-trans.nrw, Anmeldefrist: 30.05.24
Für wen? Trans* BIPoC only



Angeleitet von:


Frederik Marroquín ist ein deutsch-guatemaltekischer Künstler und Transmann (trans
Mann) of Color.
Er beschäftigt mit der Transformation des Status Quo hin zu einer inklusiven
Bildungsgesellschaft. Seine Leidenschaft ist die Vermittlung von künstlerischem Wissen an
Erwachsene und Kinder sowie die Schaffung kollaborativer Räume. Aus diesem Antrieb
heraus gründete er das Kunst- und Kulturzentrum Semmelweisklinik Wien, indem er seit
2022 als Vorstand und Kommunikationsleitung tätig ist. Er engagiert sich für den Austausch
zwischen Lateinamerika und Europa. Er lehrte u. A. an der Hochschule Mainz Aktzeichnen
und Handzeichnung. Leiter zweier Semesterkurse für künstlerische Techniken im
Landes-Verein für Kinder und junge Erwachsene mit Asperger in Guatemala, Vortrag zu
Trans:formationen in Graz/Skulpturenpark, Kurse zur Präsenz und Performance u. A. bei
StimmWunder Wien, Lehrtätigkeit im Rahmen eines Theaterprojekts zwischen Mexiko und
Wien für Kinder, Performer bei Rendez-vous Wien – einem inklusiven Format zwischen
Kino und Theater, beratender Designer bei der Demenz-Station Caritas, begleitende
kreative Arbeit mit dementen Patient*innen, Designberatung u. Grafik Design für div.
Klient*innen. Mitarbeit bei der Entwicklung eines neuen, zukunftsfähigen
Campus-Standortes für den Fachbereich Kommunikationsdesign an der HS Mainz.
Studium an der Akademie der bildenden Künste 2019, Abschluss mit Auszeichnung im
Fachbereich Performative Kunst und Bildhauerei sowie Raumstrategien und Bildhauerei.
Kommunikationsdesign an der HS Mainz und staatl. gepr. Grafik Designer an der JGS
Stuttgart. Auszeichnungen: Österreichischer Staatspreis für die schönsten Bücher,
Fügerpreis für Handzeichnung, Nominierung Ö1-Talentstipendium, ArtStart Stipendium,
Startstipendium Bildende Kunst, Sammlung Kupferstichkabinett, u. A.
(Pronomen: er/ihm) www.marroquin.es



Kuem, trans*maskuline Person of Color, ist ausgebildeter Sexological Bodyworker
(2021) und Cranio-Sakral Therapeut (2020).
Kuem begleitet seit 2020 Klient*innen dabei, ihren Körper und ihre Sinnlichkeit (wieder)zu
entdecken, sowohl in Einzelbegleitungen als auch in Workshops zu Körperwahrnehmung.
Elementarer Bestandteil und häufig nachgefragter Arbeitsgegenstand ist Konsens, das
Erkennen und Kommunizieren von Bedürfnissen und Grenzen. Kuem ist besonders
interessiert, mit trans/ queeren / BIPoC Communities zu arbeiten, so dass viele Workshops
auch als Empowerment Workshops für tinaq BIPoC konzipiert sind. Die Workshops
beinhalten oft kreativen Ausdruck von Erlebtem und finden sowohl online als auch vor Ort
statt. Eingeladen wurde Kuem schon von NGVT* NRW, LaKo Trans* NRW, Queeres Netzwerk
NRW, Q_munity NRW, ISB Berlin, Skinship, Casa Kuà, BV Trans* u.a.
Am wichtigsten für Kuem sind Neugier, Offenheit und das Einlassen auf den Prozess. Er
möchte spielerische Begegnungen mit dem Selbst initiieren.
Kuem war Künstlerische Leitung beim Bonanzafest Cologne 2023, Deutschlands erstem
Festival für trans und nicht-binäre Kunst und Performance. Er wird für die Ausgabe 2024
auch wieder in der Leitung vertreten sein.
„Wenn du beginnst, deinem Körper mit Neugier, anstatt Angst zu begegnen, verändert
sich alles.“ Bessel van der Kolk
(keine Pronomen/er) www.queerbodywork.net/workshop



Einladung zum Kennenlernen der NGVT*-Vorstandsarbeit am 26.5. in Dortmund

Hast du Lust darauf, für trans* und nicht-binäre Menschen in NRW gemeinsam mit anderen Engagierten etwas zu bewegen? Als ein Sprachrohr der Trans*-Community(s) in NRW auf Landesebene mitzusprechen? Oder lokale Trans*-Gruppen in ihrer Arbeit zu unterstützen? Oder eigene Projektideen umzusetzen?


Am
28. September 2024 steht die nächste Vorstandswahl des Netzwerks Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW e.V. (NGVT* NRW) an. Und wir laden dich herzlich dazu ein für einen der fünf Vorstandsposten zu kandidieren oder zu überlegen, ob diese Vorstandstätigkeit für dich spannend sein könnte.


Der komplette aktuelle Vorstand wird aufgrund mittlerweile zu geringer Kapazitäten bei der nächsten Vorstandswahl nicht nochmal kandidieren. Wir – Dany, Franziska und Natascha aus dem aktuellen NGVT*-Vorstand – haben uns seit der Gründung des NGVT* 2016 im Vorstand engagiert (Dany mit einer Pause) und haben viel Herzblut in den Aufbau des Verbands und die Vorstandsarbeit gesteckt. Wir sind traurig über unseren Abschied und freuen uns gleichzeitig darauf, anderen trans* und nicht-binären Menschen mit ihren eigenen Perspektiven die Gestaltung der Vorstandsarbeit zu übergeben. Gemeinsam mit Jona und Mika von der Landeskoordination Trans* NRW werden wir eine Übergabe gestalten und den neuen Vorstand unterstützen. Gleichzeitig freuen wir uns, wenn der zukünftige Vorstand die Vorstandsarbeit und, gemeinsam mit den Mitgliedern, den Verband mit eigenen Ideen weiterentwickelt. In der Teamfindung und zu weiteren Themen kann auch eine externe Begleitung (Supervision, Coaching) in Anspruch genommen werden.


Wir laden dich und alle Interessierte herzlich dazu ein, bei einem Treffen in gemütlicher Atmosphäre mehr über die Vorstandsarbeit zu erfahren.
Wie sieht die Vorstandsarbeit konkret aus? Welche Gestaltungsmöglichkeiten habe ich? Wie zeitintensiv ist die Arbeit? Wie kann ich gewählt werden und wie würde eine Einarbeitung gestaltet?


Das Treffen findet am 26. Mai 2024 von 14 bis 16 Uhr in der Jugendherberge Dortmund (Silberstr. 24-26, 44137 Dortmund) statt.
Die Jugendherberge ist 600 Meter oder eine U-Bahn-Station vom Dortmunder Hauptbahnhof entfernt. Der Raum ist ohne Stufen zugänglich und es gibt eine rollstuhlgerechte Toilette.


Bitte schreib uns bis zum 19. Mai an orga@ngvt.nrw, wenn du teilnimmst.
Wir freuen uns auf dich! Und selbstverständlich kannst du dich mit Fragen und Anregungen jederzeit gerne per Mail bei uns melden.


Wenn du Interesse an der Vorstandsarbeit hast, aber an dem Treffen nicht teilnehmen kannst, melde dich auch sehr gerne bei uns. Wenn du möchtest, finden wir dann eine andere Möglichkeit für Austausch.


Zum NGVT* NRW und zum Vorstand:
Das NGVT* NRW ist der Landesverband der lokalen und regionalen Gruppen und Strukturen von und für trans* und nicht-binäre(n) Menschen in Nordrhein-Westfalen. Und der ehrenamtliche Vorstand unterstützt die Vernetzung der NGVT*-Mitgliedsgruppen untereinander und vertritt ihre Anliegen und Interessen nach außen. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für jeweils zwei Jahre gewählt. Die Satzung des NGVT* NRW regelt, dass die Vorstandspersonen einer Mitgliedsgruppe des Verbandes angehören müssen und dass nur eine Person pro Mitgliedsgruppe im Vorstand vertreten sein darf. Dem Vorstand können höchstens fünf Personen angehören.


HIER kannst du ein Dokument mit weiteren Infos zum NGVT* NRW und zur Vorstandsarbeit herunterladen.




Das Selbstbestimmungsgesetz ist da und das TSG ist endlich Geschichte!

Wir sind bewegt davon, dass das trans*feindliche TSG endlich abgelöst wird, nach langen Kämpfen von trans* Menschen und Unterstützer*innen. Ein Gesetz, das Sterilisierungen und Zwangsscheidungen vorsah, bis diese Regelungen für verfassungswidrig erklärt wurden, und das erniedrigende und teure Begutachtungsprozesse und Gerichtsverfahren beinhaltet. Gleichzeitig wurde die Attestpflicht für inter* Menschen aus dem Personenstandsgesetz abgeschafft. Das Selbstbestimmungsgesetz ist überfällig und wurde hart erkämpft, auch mit vielen Kompromissen.


Ab dem 1.11.2024 können trans*, nicht-binäre und inter* Menschen (ab 18 Jahren) endlich ihren Geschlechtseintrag und/oder ihre(n) Vornamen durch eine Selbsterklärung beim Standesamt ändern lassen. Die Erklärung muss drei Monate vorher beim Standesamt angemeldet werden. Eine Anmeldung ist ab dem 1.8.2024 möglich.


Leider wurden die meisten Regelungen aus dem Gesetzesentwurf, welche die Selbstbestimmung einschränken, Misstrauen gegenüber trans* Menschen ausdrücken und einen Fokus auf ein angebliches Ausnutzen des Gesetzes legen, im Gesetz beibehalten.


Uns freut, dass die Regelung zur automatisierten Datenübermittlung an Sicherheitsbehörden gestrichen und die Eintragung von trans*weiblichen Eltern ins Geburtenregister erleichtert wurde. Die Einschränkungen der Selbstbestimmung für Kinder und Jugendliche sowie für Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft sind im Selbstbestimmungsgesetz jedoch weiterhin enthalten. Und es wurde neu aufgenommen, dass Minderjährige ab 14 Jahren und gesetzliche Vertreter, die für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren die Erklärung abgeben, erklären müssen beraten worden zu sein. Um allen trans*, nicht-binären und inter* Menschen, die eine Beratung wünschen, Zugang zu hilfreichen Beratungsangeboten zu ermöglichen, muss die öffentliche Förderung für Beratungsstrukturen deutlich ausgebaut werden, insbesondere im ländlichen Raum.


Hierfür setzen wir uns weiter ein, ebenso für Anliegen wie die Wiedergutmachungen und der selbstbestimmte Zugang zur Trans*-Gesundheitsversorgung.














Stellenausschreibung

Zur Unterstützung des Teams der Landeskoordination Trans* NRW suchen wir ab dem 01.05.2024 oder später eine engagierte Studentische Hilfskraft (8 Std/Woche).


Der Status als Student*in ist Voraussetzung und unmittelbar an den Arbeitsvertrag geknüpft. Die Stelle ist zunächst befristet bis zum 31.12.2024. Eine Weiterbeschäftigung ist bei entsprechender öffentlicher Förderung gewünscht und vorgesehen.


Wir freuen uns auf Bewerbungen mit kurzem Motivationsschreiben und Lebenslauf ausschließlich per Mail und bitte in einer einzigen Datei an info@lako-trans.nrw bis zum 28.04.2024.
Die vollständige Stellenausschreibung findet sich hier: Stellenausschreibung SHK












Transgender Day of Visibility 2024

Wen soll der Transgender Day of Visibility (TDoV), der internationale Tag der Sichtbarkeit von trans* Menschen, eigentlich sichtbar(er) machen?


Wir wünschen uns eine größere Sichtbarkeit der vielfältigen Perspektiven und Lebensrealitäten von trans* und nicht-binären Menschen, und mehr Raum für die Vielfalt der Trans*-Communitys, nach innen und nach außen. Angesichts dessen, dass ein individuelles Sichtbarsein als trans* und/oder nicht-binär abhängig von der Positionierung und der Lebenssituation gefährlich sein kann, wünschen wir uns einen differenzierten Blick darauf, welche Menschen unserer Communitys nicht oder weniger sichtbar sind. Und gleichzeitig wünschen wir uns mehr Sensibilität dafür, wie unangenehm und gefährlich die ungewollte Sichtbarkeit als trans* und/oder nicht-binär sein kann.


Wir brauchen ein breiteres und vertieftes Bewusstsein unserer gemeinsamer Bewegungsgeschichte und mehr Wissen über die Menschen, die Türen geöffnet oder Fensterscheiben für unsere Communitys eingeworfen haben. Wir müssen unsere Community-Räume dringend in vielen Hinsichten zugänglicher gestalten und neue Räume schaffen, in denen wir uns begegnen können. Und wir brauchen mehr Safer Spaces als Empowermenträume für trans* und/oder nicht-binäre Menschen, die spezifische mehrdimensionale Diskriminierungen erfahren.


Wir feiern unsere Trans*-Communitys in ihrer Vielfalt, und alle trans* und nicht-binäre Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit. Wir möchten uns gegenseitig sehen und unterstützen, unabhängig davon, ob wir (teilweise) offen trans* und/oder nicht-binär leben oder nicht, und wir wollen gemeinsam kämpfen und solidarisch handeln.




Screening von "Trans*Generation", Gespräch und get together am 6.3.2024 in Köln 


Wie war das Leben für trans*, nicht-binäre und gender-non-konforme Menschen vor 10, 20, 30 Jahren? Wie hat sich das Leben für sie in den letzten Jahrzehnten verändert? Was sind ihre Erfahrungen, Ideen, Geschichten? Im Film Trans*Generation erzählen fünf trans* Menschen über 40 aus ihren Leben und zeigen damit die unterschiedliche Lebbarkeit geschlechtlicher Vielfalt verbunden mit sich verändernden Lebensumständen und gesellschaftlichen Verhältnissen.


Der Film, den wir am 6.3. zeigen ist ein Zusammenschnitt aus den bisher entstandenen Interviews des fortlaufenden Projekts Trans*Generation. Trans*Generation ist ein lebendiges Archiv und auch ein Versuch, unsere Geschichten für uns hör- und sichtbar werden zu lassen. Darüber hinaus ist es ein Aufruf, sich an die zu erinnern, die „vor uns“ da waren, und auch immer noch da sind. Es ist ein Wunsch nach Verbindung über das Erzählen und Zuhören, über die Vielstimmigkeit und vielleicht auch die Widersprüche in unseren Erfahrungen. 


Das Projekt wurde 2020 von Jespa Jacob „Smith“ Kleinfeld mit Unterstützung des NGVT* NRW e.V. initiiert. 


Film: Deutsch/Englisch mit Untertiteln (DE/EN)

Gäste: Kamalanetra, Nic, TJC
Moderation: Jespa

Ort: Turistarama, Mauritiussteinweg 102, 50676 Köln (in der Nähe vom Neumarkt)


Ablauf: 

ab 19:00 Uhr: Ankommen

19:30 Uhr: Film Trans*Generation

20:45 Uhr: Podiumsgespräch mit Protagonist*innen

21:15 Uhr: Queer-/Trans*-/Inter*generationale Tischgespräche (Austausch und Ausklang)


Der Queere Taschenanker ist da!

Unser Neujahrsgeschenk für die trans*queere Community in NRW konnte gerade noch vor Weihnachten in Druck gehen. Und ab jetzt könnt ihr ihn bei uns bestellen: Den blitzneuen, wunderschönen und mit viel Herzblut gemachten Queeren Taschenanker. Ein liebevoll gestaltetes, kostenloses Heft mit Infos und Mitmachseiten, mit Audio-Unterstützung und Ideen für Familienfeiern. Mit Übungen, Kritzelseiten, Inspirationen und vor allem mit viel Wertschätzung. Aus der Community für die Community. Zum Bestellen, rumtragen, ausfüllen. Oder zum Download, falls du lieber digital unterwegs bist.

Als Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW und Landeskoordination Trans* NRW setzen wir uns politisch für einen Abbau von Diskriminierungen, für Zugang von trans*_nicht-binär_queeren Menschen zu Gewaltschutzangeboten und für die selbstverständliche Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt ein. Währenddessen erleben jedoch trans*_nicht-binäre_queere Menschen in ihrem Alltag Diskriminierungen, Minderheitenstress, Drohungen, Angst und Gewalt. Wir erleben mit Schrecken, wie trans*_nichtbinär_queer-feindliche Stimmen in den Medien und im (weiteren) digitalen Raum deutlich lauter werden, wie verbale und körperliche Gewalt gegen trans*_nicht-binäre_queere Menschen zunimmt. Vor allem, wenn weitere Diskriminierungsdimensionen greifen.

Trans*-Community-Care für Rucksack oder Handtasche

Wir wissen: Trans*_nicht-binäre_queere Menschen leben überall in NRW. Und nur ein Teil von ihnen hat eine Trans*beratungsstelle, eine Nicht-Binär-Gruppe oder eine queere Bar um die Ecke. Dabei ist Trans*-Community-Care so wichtig. Deshalb geht unsere neue Veröffentlichung an euch! Nicht an Fachkräfte, nicht an Politiker*innen, nicht an Verbündete, sondern an trans*_nicht-binäre_queere Menschen, die täglich mit dem ganzen Sch*** konfrontiert sind.

Das Softcover-A5-Heft enthält verständlich Informationen zu Minderheitenstress und Mikroaggressionen, zu körperlichen Reaktionen bei Stress und zum Umgang mit starken Gefühlen. Vor allem aber gibt es viel Platz für eigenen Gedanken, Vorschläge für einfache Übungen oder für den Austausch mit anderen, angeleitete Audio-Hilfen und SOS-Ideen für Familienfeiern und Busfahrten. Konzept und Text stammen von K* Stern. K* Stern bietet seit Jahren Beratung, Therapie und (Resilienz-)Seminare für Menschen aus der Community an. Und das wertschätzende Eingebunden-Sein in eure Trans* Community – das lest ihr hoffentlich aus jeder Seite.

Neugierig geworden? Dann nicht länger warten, gleich reinlesen, weitersagen und direkt bestellen!


Finanzierung geschlechtsangleichender Maßnahmen nach der BSG-Entscheidung: Teilt ihr eure Erfahrungen mit uns?

Seit der Entscheidung des Bundesozialgerichts (BSG) vom 19.10.2023 besteht eine große Unsicherheit hinsichtlich der Finanzierung geschlechtsangleichender Maßnahmen durch die gesetzlichen Krankenversicherungen. (Infos zum Hintergrund findet ihr weiter unter.)

Der GKV-Spitzenverband hat den gesetzlichen Krankenversicherungen empfohlen, bis zum Abschluss des G-BA-Verfahrens alle neu beantragten Maßnahmen entsprechend der bisherigen Praxis zu finanzieren. Krankenkassen sind aber nicht an diese Empfehlung gebunden. Deswegen fragen wir uns, wie sich die Praxis in NRW tatsächlich gestaltet. Kenntnisse darüber wären für die Vertretung von Trans*-Community-Interessen gegenüber Entscheidungsträger*innen sehr hilfreich.

Deshalb bitten wir euch darum, eure Erfahrungen mit uns zu teilen. Habt ihr selbst nach dem 19.10. eine Rückmeldung auf einen Antrag auf Kostenübernahme erhalten oder wisst ihr von entsprechenden Fällen, z.B. aus eurer Selbsthilfegruppe? Dann freuen wir uns sehr, wenn ihr eure Erfahrungen im Hinblick auf die folgenden fünf Fragen mit uns teilt:

- Um welche Maßnahme, für die eine Kostenerstattung beantragt wurde, handelt es sich?
- Bei welcher Krankenkasse wurde der Antrag gestellt?
- Wurde der Antrag bewilligt?
- Wurde der Antrag mit Verweis auf die BSG-Entscheidung vom 19.10.2023 abgelehnt?
- Wann habt ihr die Rückmeldung erhalten?

Schickt eure Antworten bitte per Mail an die Landeskoordination Trans* NRW unter info@lako-trans.nrw. Wir behandeln die Informationen selbstverständlich vertraulich und verarbeiten sie anonymisiert weiter.

Herzlichen Dank für eure Unterstützung!
Das Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW und das Queere Netzwerk NRW

Zum Hintergrund:
Das Bundessozialgericht (BSG) hat am 19.10.2023 die Klage einer nicht-binären Person auf Kostenübernahme einer Mastektomie abgelehnt. Begründet hat das Gericht dies damit, dass transitionsspezifische Maßnahmen nach der aktuellen S3-Leitlinie „eine neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode darstellen“ (da nicht mehr nur von binär gedachten Transitionsmaßnahmen ausgegangen wird und Selbstbestimmung eine deutlich größere Rolle spielt) und dass für die Kostenübernahme daher erst die Anerkennung dieser Methode durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) notwendig ist. Diese Entscheidung wirkt sich sowohl auf nicht-binäre als auch auf binäre trans* Menschen aus, die einen Antrag auf Kostenübernahme für transitionsspezifische Maßnahmen stellen, da es laut diesem Urteil keine Grundlage für den Anspruch auf Kostenübernahme für diese Maßnahmen mehr gibt.
Die Kostenübernahme für bereits begonnene Behandlungen soll, so das BSG, „aus Gründen des Vertrauensschutzes“ fortgeführt werden. Der GKV-Spitzenverband hat den gesetzlichen Krankenversicherungen empfohlen, bis zum Abschluss des G-BA-Verfahrens alle Behandlungen weiterhin wie bisher gehandhabt zu finanzieren. Daran sind die Krankenversicherungen leider nicht gebunden.
Wir versuchen selbstverständlich mit darauf hinzuwirken, dass die Kosten für transitionsspezifische Maßnahmen sowohl für binäre trans* Menschen weiterhin als auch für nicht-binäre (trans*) Menschen zukünftig übernommen werden. Wichtig für diese Arbeit ist die Veröffentlichung der Urteilsbegründung, die noch aussteht.



Transgender Day of Remembrance 2023 – Gedenken und Bewegen

 [CN: trans*feindliche Gewalt, Tod, Suizid]
In den vergangenen Jahren und insbesondere in den vergangenen Monaten mussten wir erleben, wie trans*feindliche Diskurse in Deutschland immer mehr Raum eingenommen haben – medial und sogar im Gesetzesentwurf für das Selbstbestimmungsgesetz. Verbreitet und gezielt platziert werden diese trans*feindlichen Bilder und falschen Informationen vor allem durch trans*feindliche und rechte Akteur*innen, aufgegriffen werden sie von vielen Menschen in der Gesellschaft und in der Politik. Wir haben die große Sorge, dass die trans*feindlichen Narrative, die sich in vielen Köpfen festsetzen, zu einem weiteren Anstieg an körperlicher Gewalt gegen trans* Menschen führt.

Angst vor verbaler und verstärkt auch vor körperlicher Gewalt sowie tatsächliche Gewalterfahrungen sind für viele trans* Menschen auch in NRW eine schmerzliche Realität. Das gilt in besonders dramatischer Form für trans* Menschen, die von mehrdimensionaler Diskriminierung betroffen sind, so trans* Frauen und insbesondere trans*weibliche Bi_PoC, trans* Sexarbeiter*innen und behinderte trans* Menschen.  Gleichzeitig haben gerade diese besonders vulnerablen Menschen sehr wenig Zugang zu Schutzangeboten. Das muss sich dringend ändern!

Auch die jüngsten Zahlen des Trans Murder Monitoring (https://transrespect.org/en/trans-murder-monitoring-2023/) sind erneut erschreckend: Dokumentiert wurden zwischen dem 1.10.2022 und dem 20.9.2023 weltweit 320 Morde an trans*, nicht-binären und gender-nonkonformen Menschen; von einer deutlich höheren Zahl an nicht dokumentierten Morden ist auszugehen. 94% der hier dokumentierten Ermordeten waren trans* Frauen und trans*weibliche Personen. 80% waren negativ von Rassismus betroffen. 45% der ermordeten trans* Menschen in Europa, von denen dies bekannt ist, waren Migrant*innen oder Geflüchtete. Und 48% der Ermordeten weltweit und 78% der Ermordeten in Europa, deren Beruf bekannt ist, waren Sexarbeiter*innen.
Wir haben ein Video mit den Namen der dokumentierten ermordeten trans*, nicht-binären und gender-nonkonformen Menschen erstellt. Mit ihren Namen möchten wir diesen Menschen gedenken:


Ihr könnt das Video gern für eigene Gedenkveranstaltungen verwenden.

Wir gedenken allen trans* Menschen weltweit, die durch trans*feindliche Gewalt gestorben sind. Und wir trauern tief um alle Menschen aus unseren Trans*-Communitys, die in dieser cisnormativen Gesellschaft durch Suizid gestorben sind. Die Wunden in unseren Herzen sind offen und brennen.

So darf es nicht weitergehen!! Wir brauchen eine klare Positionierung für geschlechtliche Selbstbestimmung von gesetzgeberischer Seite, eine menschen- und trans*freundliche Asylpolitik, eine Stärkung der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Trans*-Beratung, einen Ausbau der Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit und breite solidarische Bündnisse gegen trans*feindliche uns rassistische Akteur*innen. Wir können und müssen gemeinsam viel bewegen!

Die Tage um den TDoR sind für viele von uns besonders belastend und aufwühlend. Wenn ihr Sorgen bis hin zu Suizidgedanken habt und darüber sprechen möchtet, könnt ihr jederzeit unter der Nummer 0800-1110111 anonym und kostenlos eine Telefonseelsorgestelle erreichen. Auch ein Austausch per Chat oder per Mail ist dort möglich (https://online.telefonseelsorge.de/).









[Illustration: Jespa Jacob Smith – herzlichen Dank dafür!]



Entscheidung des Bundessozialgerichts vom 19.10.2023 zur Kostenübernahme bei geschlechtsangleichenden Maßnahmen


Wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, hat das Bundessozialgericht (BSG) am 19.10.2023 die Klage einer nicht-binären Person auf Kostenübernahme einer Mastektomie abgelehnt. Begründet hat das Gericht dies damit, dass transitionsspezifische Maßnahmen nach der aktuellen S3-Leitlinie „eine neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode darstellen“ (da nicht mehr nur von binär gedachten Transitionsmaßnahmen ausgegangen wird und Selbstbestimmung eine deutlich größere Rolle spielt) und dass für die Kostenübernahme daher erst die Anerkennung dieser Methode durch den Gemeinsamen Bundesausschuss notwendig ist. Diese Entscheidung wirkt sich sowohl auf nicht-binäre als auch auf binäre trans* Menschen aus, die einen Antrag auf Kostenübernahme für transitionsspezifische Maßnahmen stellen, da es laut diesem Urteil keine Grundlage für den Anspruch auf Kostenübernahme für diese Maßnahmen mehr gibt.

Die Kostenübernahme für bereits begonnene Behandlungen soll, so das BSG, „aus Gründen des Vertrauensschutzes“ fortgeführt werden. Der GKV-Spitzenverband hat den GKVen empfohlen, dass bis zum Abschluss des G-BA-Verfahrens alle Behandlungen weiterhin wie bisher gehandhabt finanziert werden sollen. Daran sind die GKVen aber leider nicht gebunden.

 

Verständlicherweise gibt es unter nicht-binären und binären trans* Menschen enorm große Sorgen und Trans*-Berater*innen fragen sich, wie sie Ratsuchende gut informieren und begleiten können. Zurzeit ist Vieles noch unklar. Es arbeiten viele engagierte Menschen (Jurist*innen und Nicht-Jurist*innen) daran, die verschiedenen Handlungsoptionen auszuloten und Initiativen vorzubereiten, insbesondere in Bezug auf den Gemeinsamen Bundesausschusses (das G-BA-Verfahren), auf ein Gesetzgebungsverfahren, auf eine eventuelle Verfassungsbeschwerde und auf eventuelle weitere Verfahren. Wichtig für diese Arbeit ist die Veröffentlichung der Urteilsbegründung, die leider noch aussteht. Ich schreibe euch gern, wenn ich Konkretes weiß, das veröffentlichungsreif ist. Wir versuchen selbstverständlich mit darauf hinzuwirken, dass die Kosten für transitionsspezifische Maßnahmen sowohl für binäre trans* Menschen weiterhin als auch für nicht-binäre (trans*) Menschen zukünftig übernommen werden.

 

Für Fragen zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich euch eine Veranstaltung des Bundesverbands Trans* empfehlen: Am Donnerstag, 23.11.2023 von 19 bis 20:30 Uhr findet eine Online-Veranstaltung des Bundesverbands Trans* zum Thema „Kostenübernahme geschlechtsangleichender Maßnahmen – Was wissen wir bereits über das Urteil des Bundesozialgerichts?“ statt. Infos zur Veranstaltung findet ihr hier: https://www.bundesverband-trans.de/bvt-frequently-asked-questions-no-12-kostenuebernahme-geschlechtsangleichender-massnahmen/ Anmelden könnt ihr euch bis zum 22.11.2023 per Mail an anmeldung@bv-trans.de.

Hier findet ihr die Pressemitteilung des BSG zum Urteil vom 19.10.2023: https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2023/2023_34.html 

und hier weitere Infos zum Verfahren: https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Verhandlungen/DE/2023/2023_10_19_B_01_KR_16_22_R.html.


Und hier geht es zur Pressemitteilung der klagenden Person, ihrer Anwält*innen und der TIN-Rechtshilfe zum Urteil: https://tinrechtshilfe.de/2023/10/20/urteil-des-bundessozialgerichts-zu-mastektomien/




Großes Interesse am Fachtag „Trans* Menschen in der Pflege“ am 25.10. in Bochum 

Auf großes Interesse stieß der Fachtag zum Thema „Trans* Menschen in der Pflege: Bedarfe kennen, Versorgung sensibel gestalten“, der am 25. Oktober 2023 an der Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum stattfand. Organisiert wurde der Fachtag von der Landeskoordination Trans* NRW in Kooperation mit der Hochschule sowie dem Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW und der Landesfachberatung für gleichgeschlechtliche und trans* Lebensweisen in der offenen Senior*innenarbeit.

Neunzig (angehende) Pflegekräfte, weitere Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen sowie Ausbilder*innen und Multiplikator*innen setzten sich in Vorträgen und Workshops damit auseinander, wie der Pflegealltag trans*sensibel und trans*inklusiv gestaltet werden kann. Im Anschluss an die Einstiegsvorträge von Phé Hofmann zu Lebensrealitäten von trans* und nicht-binären Menschen sowie von Mischa Regenbrecht zu trans*sensibler Gesundheitsversorgung und Pflege fand in Workshops zu Themen wie „Geschlechtliche Vielfalt und psychische Gesundheit in der Pflege“ und „Trans*sensible Altenpflege“ und „Geschlechtliche Vielfalt in Pflegeausbildung und Praxisanleitung“ ein intensiver Austausch zu spezifischen Aspekten der Pflegepraxis statt.

Beim Fachtag wurde deutlich: Wie viele andere Bereiche auch, wird Pflege noch stark zweigeschlechtlich organisiert und gedacht, und stereotype, teilweise pathologisierende Vorstellungen von Transgeschlechtlichkeit und Nichtbinarität sind verbreitet. Viele trans* und nicht-binäre Menschen werden beispielsweise, häufig aus Unwissenheit, mit einer falschen Anrede angesprochen, bei der Zimmerzuteilung wird das (Identitäts-)Geschlecht nicht berücksichtigt und es kommt zu unangemessenen intimen Fragen. Auch kommt es aufgrund von fehlendem Wissen zu Nicht- und Falschbehandlungen. Der Fachtag bot nun einen Raum für eine Auseinandersetzung damit, wie Pflegende im Pflegealltag respektvoll mit trans* und nicht-binären Menschen umgehen können und was hinsichtlich spezifischer Fragen im Zusammenhang unter anderem mit Körperlichkeit, Sprache und Geschlechtseinträgen zu beachten ist. Handlungsleitend soll dabei auch eine intersektionale Perspektive sein, die mehrdimensionale Diskriminierungen explizit in den Blick nimmt.

Die enorme Nachfrage nach dem Fachtag (angemeldet hatten sich über 500 Personen) zeigt, wie groß der Bedarf an Fortbildung und Sensibilisierung zu diesem Thema ist und dass der Bedarf zunehmend erkannt wird – und das trotz der enormen Belastungen und herausfordernden Arbeitsbedingungen, denen Pflegekräfte alltäglich ausgesetzt sind.

Wir danken den Referent*innen herzlich für ihre weiterbringenden Inputs und den Teilnehmer*innen für ihre engagierte Teilnahme am Fachtag. Wir freuen uns sehr über die zahlreichen Rückmeldungen, dass die Teilnehmer*innen viele hilfreiche Impulse und praktische Anregungen dazu bekommen haben, wie die Pflegepraxis trans*- und nichtbinärsensibel gestaltet werden kann. Und wir hoffen, dass die Inputs und der Austausch im Rahmen dieses Fachtags ein bisschen dazu beitragen konnten, dass eine trans*- und nicht-binärinklusive Pflege Realität und perspektivisch eine Selbstverständlichkeit wird.


Erste Reaktion auf den im Kabinett beschlossenen Gesetzesentwurf zum Selbstbestimmungsgesetz

Das Bundeskabinett hat das Selbstbestimmungsgesetz beschlossen, das das TSG und die Regelungen in §45b PStG ablöst! Es geht nun für Lesungen im Plenum und für Arbeit in Ausschüssen in den Bundestag. 

Ein historischer Schritt! Und gleichzeitig sind wir ernüchtert davon, dass die kritischen Rückmeldungen und Forderungen von Trans*- und Inter*-Selbstorganisationen und anderen Verbänden etc. kaum Berücksichtigung gefunden haben und seit Mai sogar noch weitere Einschränkungen der Selbstbestimmung in den Gesetzesentwurf aufgenommen worden sind. Die Änderung des Vornamens- und Geschlechtseintrags muss für alle trans*, nicht-binäre und/oder inter* Menschen selbstbestimmt möglich sein, auch für Jugendliche! Wir fordern ein klares Bekenntnis zu geschlechtlicher Selbstbestimmung ohne Ausnahmen. Die Menschenwürde und Selbstbestimmung von trans*, nicht-binären und/oder inter* Menschen darf in der Koalition, im Bundestag und im öffentlichen Diskurs, vor allem in der Auseinandersetzung mit trans*feindlichen Akteur*innen, nicht verhandelbar sein! 

Unsere Ausführungen zum Referent*innenentwurf in unserer Presseerklärung vom 10.5.2023 treffen in weiten Teilen auch auf den Gesetzesentwurf zu. Die Presseerklärung kann hier im PDF-Format heruntergeladen werden.


Zu den neu aufgenommenen Regelungen, die wir für dramatisch halten, gehört der deutlich erschwerte Zugang für Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. 


Hier findet sich die Presseerklärung des Bundesverbands Trans* zum Kabinettsbeschluss, der wir uns inhaltlich anschließen. 




Trans*-Peerberater*innen-Qualifizierung 2023 abgeschlossen

Am vergangenen Wochenende, am 19. und 20. August 2023, fanden in Dortmund die letzten beiden Module der diesjährigen Trans*-Peerberater*innen-Qualifizierung des NGVT* NRW und der Landeskoordination Trans* NRW statt. Herzlichen Glückwunsch an die zehn Absolvent*innen! Wir wünschen euch für eure (lebens!)wichtige Beratungsarbeit alles Gute und danken euch sehr für euer großes Engagement während der Qualifizierung und für die Trans*-Community.

Einen herzlichen Dank außerdem an die wundervollen Referent*innen Hannah Engelmann-Gith (www.hannah-engelmann.de), Né Fink (https://ne-fink.de), Louis Kasten und K* Stern (www.praxis-kstern.de)!

Die Fachqualifizierung für trans* und nicht-binäre Menschen, die in NRW andere trans*und nicht-binäre Menschen beraten, bestand in diesem Jahr aus sechs eintägigen Modulen, die an drei Wochenenden in der Jugendherberge Dortmund stattf¬anden. Zwischen den Modulen übten die Teilnehmer*innen selbstorganisiert Beratungssituationen und tauschten sich in Peergruppen aus. Im Rahmen der Qualifizierung konnten die Teilnehmer*innen Beratungsfähigkeiten und -techniken erlernen, vertiefen und üben und sich zudem Wissen zu Themen u.a. aus den Bereichen Trans*-Gesundheit und Recht aneignen.

Hannah Engelmann-Gith, freie Referentin für Gender Diversity mit langjähriger Erfahrung in der Beratung von trans* und nicht-binären Menschen, gestaltete mit den Modulen 1 und 6 eine inhaltliche Klammer um die weiteren Module der Qualifizierung. Der Fokus des Einstiegsmoduls lag auf Haltungen in der Trans*-Beratung, spezifischen Merkmalen von Peerberatung sowie Ansätzen einer diskriminierungssensiblen Beratung. Zudem leitete Hannah Engelmann-Gith eine erste Standortbestimmung und Selbstreflexion der Teilnehmer*innen an.

Im zweiten Modul vermittelte der*die Referent*in K* Stern, Heilpraktiker*in für (Körper)Psychotherapie und Trainer*in für geschlechtliche Vielfalt und körperorientierte Resilienzförderung, Grundlagenwissen zu geschlechtlicher Vielfalt, auch im Hinblick auf Mehrfachdiskriminierungen, sowie zu spezifischen Beratungsbedarfen nicht-binärer Menschen. Anschließend übten die Teilnehmer*innen den Beginn einer Beratung.

Das dritte Modul widmete sich unter der Leitung von K* Stern vielfältigen Fragen, die im Hinblick auf körpermodifizierende Behandlungsanliegen für die Trans*-Peer-Beratung relevant sind, und bot ebenso Raum zum Üben von Beratungen.

Im Rahmen des vierten Moduls vermittelte der Volljurist Dr. Louis Kasten Fachwissen zu juristischen Grundlagen im Hinblick auf Vornamens- und Personenstandsänderungen, auch nach dem entworfenen Selbstbestimmungsgesetz, Antidiskriminierungsrecht, Trans*-Elternschaft und Krankenversicherung und räumte auch mit verbreiteten Fehlinformationen auf. Louis Kasten berät seit vielen Jahren öffentliche Stellen, Beratungsstellen und Community-Projekte zu Rechten und juristischen Schwierigkeiten von trans* und insbesondere von nicht-binären Personen.

Im fünften Modul zu Beratungsgrundlagen hatten die Teilnehmer*innen Gelegenheit sich unter der Anleitung von Né Fink und anknüpfend an entsprechende Inputs mit ihrer Rolle als Berater*in, mit Grenzen in der Beratung, mit ihren Ressourcen und Skills für die Beratung sowie mit ihrem Umgang mit den eigenen Ressourcen auseinanderzusetzen. Angeleitet wurde das Modul von Né Fink, Sensibilisierungs- und Empowerment-Trainer zum Thema geschlechtliche Vielfalt, systemischer Berater und ehrenamtlicher Trans*-Berater.

Das sechste und letzte Modul der Qualifizierung widmete sich unter der Leitung von Hannah Engelmann-Gith Beratungstechniken u.a. im Hinblick auf das Erfragen von Anliegen, Reframing und wohlformulierte Ziele sowie einem gemeinsamen Abschluss. Die Teilnehmer*innen hatten bei Übungen zudem Gelegenheit, ihr vielfältiges im Rahmen der Qualifizierung erworbenes und vertieftes Wissen zu Beratungsgrundlagen, Gesundheit und Recht anzuwenden.

Das Feedback der Teilnehmer*innen zur Gestaltung und Organisation der Qualifizierung war sehr positiv, was uns sehr freut.

Dank der Förderung durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen konnte die Qualifizierung für die zehn Teilnehmer*innen kostenfrei angeboten werden.

Die Trans*-Peerberater*innen-Qualifizierung des NGVT* NRW und der Landeskoordination Trans* NRW findet seit 2017 in einem zweijährigen Turnus statt. Für 2025 ist ein erneuter Durchgang der Qualifizierung geplant, sofern die erforderlichen Mittel bewilligt werden. 2024 soll es ergänzende Angebote für Trans*-Peerberater*innen geben, voraussichtlich ein eintägiges Fortbildungsangebot zu juristischen Themen.

Das Foto zeigt sieben der zehn Absolvent*innen der diesjährigen Qualifizierung.

Teilnehmer_innen der Peerberater_innen-Qualifizierung 2023

  








Achtsamkeit und Selbstfürsorge - ein Workshop für junge trans* und nicht-binäre BI_PoCj bis 27 Jahre

Mindfulness and self-care - a workshop for young trans and non-binary BI_PoCj up to 27 years of age

[English below]

Ihr möchtet mal so richtig abschalten und mit anderen jungen trans* und nicht-binären BI_PoCj* eine Pause vom Alltag machen? Dann kommt zum Workshop „Achtsamkeit und Selbstfürsorge“ mit Kuem am 12.08.23 in Köln.

Vor Ort werdet nur ihr als Gruppe sein, da wir euch einen Safer Space zur Verfügung stellen möchten. Wenn ihr Lust habt dabei zu sein, dann freuen wir uns über eine vorherige Anmeldung per Mail bis zum 09.08.23 an qmunity@queere-jugendfachstelle.nrw.
Eure Fahrtkosten zum Workshop und zurück werden erstattet.

Die Plätze sind begrenzt, also sichert euch einen Workshopplatz und sagt euren Freund*innen Bescheid. Ihr könnt doch nicht dabei sein? Kein Problem, sagt uns einfach kurz ab.

Wenn ihr teilnehmen wollt, dann bringt euch bitte eine Yogamatte oder eine Decke und ein Kissen zum Hinsetzen sowie bequeme Kleidung mit. Kleine Snacks und Getränke gibt es für euch vor Ort.

Wer? Trans* und nicht-binäre BI_PoCj bis 27 Jahre
Wann?
12.08.2023, 14-17 Uhr
Wo?
Köln (Die Adresse bekommen die Teilnehmer*innen per Mail zugeschickt.)
Anmeldung: Bis zum 09.08.23 per Mail an qmunity@queere-jugendfachstelle.nrw


*Unter BI_PoCj verstehen wir im Hinblick auf diese Veranstaltung (post)migrantische Menschen und Menschen mit Rassismus-, Antislawismus und/oder Antisemitismuserfahrung.



English:

Mindfulness and self-care, a workshop for young trans and non-binary BI_PoCj up to 27 years of age

Do you want to take a break from everyday life with other young trans and non-binary BI_PoCj*? Then come to the workshop “Mindfulness and self-care” with Kuem on August 12th, 2023 in Cologne.

In the location only this group will be there, as we would like to provide you with a safer space. If you would like to be there, we look forward to receiving your registration by email to qmunity@queere-jugendfachstelle.nrw by August 9th, 2023.

Your travel expenses to the workshop and back will be reimbursed.

Places are limited, so make sure you secure a place in the workshop and let your friends know. You registered but can't be there? No problem, just let us know.

If you want to participate, please bring a yoga mat or a blanket and a pillow to sit on. We recommend you wearing comfortable clothes. Small snacks and drinks are available for you on site.

Who? Trans and non-binary BI_PoCj up to 27 years of age

When? August 12th, 2023, 2-5 p.m.

Where? Cologne (the exact address will be sent to participants of the event via email)

Registration: By August 9th, 2023 by email to qmunity@queere-jugendfachstelle.nrw

* By BI_PoCj we mean, in the context of this event, (post) migrants and people experiencing racism, anti-slavism and/or anti-semitism.





Fachtag "Trans* Menschen in der Pflege: Bedarfe kennen, Versorgung sensibel gestalten"

Pflege zielt darauf, Menschen mit ihren individuellen Bedarfen und Bedürfnissen in verschiedenen
Settings der Gesundheitsversorgung zu begleiten. Orientiert an den Lebensaktivitäten der
Menschen schließt dies ein, geschlechtliche Vielfalt der zu Pflegenden anzuerkennen und zu berücksichtigen.


Im Pflegealltag stellt die Gestaltung einer trans*sensiblen und trans*inklusiven Versorgung nicht
selten eine Herausforderung dar und die Geschlechtsidentität von trans*Patient*innen wird im
Versorgungsprozess häufig nicht (ausreichend) respektiert. Dies zeigt sich beispielsweise in der
stationären Versorgung sehr deutlich, wenn es um die Frage der Zimmerzuteilung geht. Mangelnde
strukturelle Rahmenbedingungen im Versorgungssystem, fehlende Kenntnis der Bedarfe
und damit verbundene Unsicherheiten sowie fortbestehende Tabuisierung tragen zu Diskriminierung
und nicht selten zu Unter- oder Fehlversorgung bei, die die psychische wie physische Gesundheit
und die Genesung von trans*Patient*innen zusätzlich belasten können.


Die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, die Landeskoordination Trans* NRW,
das Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW e.V. und das rubicon e.V. laden gemeinsam zu
einem Fachtag ein:


Wir möchten professionell Pflegende, Mitarbeitende in Pflegeausbildung und -praxis, Auszubildende
und Studierende sowie Interessierte zur Lebenssituation von trans* Menschen und ihren
gesundheitlichen Versorgungsbedarfen informieren. Im Rahmen von Vorträgen und Workshops
möchten wir für eine Pflegepraxis sensibilisieren, die vielfältige Geschlechtsidentitäten achtet,
und einen Austausch zur Gestaltung einer trans*sensiblen und trans*inklusiven Pflege anregen.


Wann? Mittwoch, 25.10.2023 von 10.00 bis 16.00 Uhr
Wo? Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe,
Immanuel-Kant-Straße 18-20, 44803 Bochum
Organisation: Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Landeskoordination
Trans* NRW, Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW e.V.,
rubicon e.V.


Das gesamte Programm des Fachtags lässt sich HIER einsehen. 

Eine Anmeldung ist bis zum 12. Juni 2023 per E-Mail an veranstaltungen@evh-bochum.de möglich. Ab dem 19. Juni erhaltet ihr eine Rückmeldung dazu, ob die Anmeldung berücksichtigt werden konnte. Eine Abfrage persönlicher Bedarfe und der Präferenzen für einen Workshop erfolgt separat zeitnah vor der Veranstaltung.


Wir freuen uns auf eure Anmeldungen!






Pressemitteilung des NGVT* NRW e.V. anlässlich der Veröffentlichung des Entwurfs des Selbstbestimmungsgesetzes am 9.5.2023


Die Pressemitteilung kann HIER im PDF-Format heruntergeladen werden.



 

Seit Jahrzehnten fordern Trans*-Organisationen und Trans*-Aktivist*innen die Abschaffung des Transsexuellengesetzes (TSG) von 1981, welches bereits in großen Teilen vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt wurde. Auch der Vorstand des NGVT* NRW, des Landesverbands der Trans*-Gruppen in Nordrhein-Westfalen, vertritt diese Forderung und begrüßt entsprechend die geplante Neuregelung von Vornamens- und Personenstandsänderung durch das Selbstbestimmungsgesetz. Bereits im Juni vergangenen Jahres hatten Bundesfamilienministerin Lisa Paus und Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann die Eckpunkte des kommenden Selbstbestimmungsgesetzes vorgestellt. Auf den ausgearbeiteten Gesetzesentwurf musste nun lange gewartet werden. Nun ist der Referent*innenentwurf des „Gesetzes über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag und zur Änderung weiterer Vorschriften“ endlich veröffentlicht worden und die Beteiligung der Fachverbände hat begonnen.
„Grundsätzlich begrüßen wir die Abschaffung des TSG und die Einführung eines Selbstbestimmungsgesetzes selbstverständlich. Endlich soll die Änderung des Vornamens und Geschlechtseintrags durch einen Antrag beim Standesamt möglich sein, ohne den bisherigen Weg über ein Gericht mit der trans*feindlichen Gutachtenregelung aus dem TSG. Dennoch gibt es einige Punkte, die aus unserer Sicht verbessert werden müssen”, so der Vorstand des NGVT* NRW. „Besonders im Vergleich zum Eckpunktepapier enthält der Gesetzesentwurf viele Regelungen, die nicht die Selbstbestimmung von trans* und nicht-binären Menschen stärken, sondern den in den vergangenen Monaten lautstark herbeigeredeten Szenarien eines angeblichen Ausnutzens des Gesetzes unangemessen viel Raum geben“, so der Vorstand weiter. Der drängendste Änderungsbedarf besteht jedoch nach Ansicht des NGVT*-Vorstands weiterhin im Hinblick auf die im Entwurf enthaltene Einschränkung der Selbstbestimmung für Minderjährige ab 14 Jahren, die schon im Eckpunktepapier enthalten war.

 



Altersgrenze
Laut dem Gesetzesentwurf ist vorgesehen, dass minderjährige Jugendliche ab 14 Jahren zwar selbst beim Standesamt die Erklärung zur Änderung ihres Vornamens und/oder Personenstands abgeben können, jedoch nur mit Zustimmung der Sorgeberechtigten. Sollten diese nicht zustimmen, kann ein Familiengericht eingeschaltet werden.
Der Vorstand des NGVT* NRW hält das die Notwendigkeit der Zustimmung der Sorgeberechtigten für eine unangemessene Einschränkung der Selbstbestimmung von Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren: „Ab dem 14. Lebensjahr kann jede jugendliche Person selbst und ohne Mitspracherecht der Eltern über die eigene Religionszugehörigkeit entscheiden – das ist im Gesetz über die religiöse Kindererziehung geregelt, welches Artikel 14 der UN-Kinderrechtskonvention folgt. Auch sind Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr sowohl grundrechtsmündig als auch prozessfähig. Warum sollten Eltern Namens- und Personenstandsänderungen zustimmen müssen?” Auch der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, ist der Ansicht, dass junge Menschen ab 14 Jahren selbstbestimmt über ihre, auch juristische, Geschlechtszugehörigkeit entscheiden können sollten.
Viel wichtiger ist es auch, dass Strukturen geschaffen und gefördert werden, die Sorgeberechtigte, Kinder und Jugendliche angemessen beraten. Das Eckpunktepapier des BMFSFJ und des BMJ sieht vor, dass dafür auch auf „Beratungsangebote einschlägiger Vereine und Verbände hingewiesen werden” soll. Momentan werden viele dieser Beratungsangebote jedoch entweder ehrenamtlich durchgeführt oder sind bereits jetzt schon chronisch überbucht. „Das liegt auch an den viel zu kurzen Förderzeiträumen vieler solcher Projekte, die sich von einer einjährigen Förderung zur nächsten hangeln. Um die Beratungsstruktur zu gewährleisten, die die Ministerien vorsehen, sollte es da unbedingt ein Umdenken hin zu langfristigen Förderungen dieser Stellen geben. Nur so kann endlich eine Hauptamtlichkeit in der Beratungsstruktur etabliert werden und qualifizierte Arbeitskräfte können durch finanziell sichere Arbeitsbedingungen gewonnen werden,” betont der NGVT*-Vorstand.

 



Sperrfrist und Wartezeit
Die Sperrfrist von einem Jahr, die laut dem Entwurf die Ernsthaftigkeit des Änderungswunsches sicherstellen soll, hält der Vorstand des NGVT* NRW für ein falsches und unsinniges Signal. So ist selbst auf der Website „Fragen und Antworten zum Selbstbestimmungsgesetz“ des BMFSFJ zu lesen, dass die gesellschaftlichen und sozialen Hürden eines Trans*-Coming-Outs so hoch sind, dass Menschen diesen Schritt so oder so wohlüberlegt gingen und nicht aus einer Laune heraus. „Mit einer solchen Klausel spielen wir nur den Gegner*innen des Selbstbestimmungsgesetzes argumentativ in die Hände,“ so der Vorstand des NGVT* NRW.
Als eine ebenfalls die Selbstbestimmung einschränkende und zudem unsinnige Regelung, die für trans* Menschen im Alltag vermutlich eine größere Belastung als die Sperrfrist darstellt, ordnet der NGVT*-Vorstand die vorgesehene Wartezeit ein. Der Referent*innenentwurf sieht vor, dass die Änderungen von Vornamen und/oder Geschlechtseintrag erst drei Monate nach der Erklärung gegenüber dem Standesamt wirksam werden. Wie auch die einjährige Sperrfrist werden mit dieser vorgeschlagenen Wartezeit realitätsferne „Bedenken“ insbesondere von trans*feindlichen Personen und Gruppierungen aufgegriffen. „Die Idee, trans* Menschen müssten durch Hürden vor sich selbst geschützt werden, knüpft an trans*feindliche Narrative an. Und die Regelungen im Entwurf, die ein angebliches Ausnutzen des Gesetzes insbesondere durch cis Männer verhindert sollen, sind sachlich nicht begründet, verschieben den Fokus des Gesetzes auf unangemessene Weise und stellen eine völlig unnötige zusätzliche Belastung für trans* Menschen dar, die sich ohnehin in einer verletzlichen Situation befinden – grundsätzlich sowie insbesondere zum Zeitpunkt ihrer Transition“, so Mika Schäfer von der vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Fachstelle Landeskoordination Trans* NRW, die eng mit dem Vorstand des NGVT* NRW zusammenarbeitet.

 



Hausrecht
„Wir sind außerdem schockiert darüber, dass es die von trans*feindlichen Akteur*innen geforderte und von Bundesjustizminister Buschmann aufgegriffene Regelung zum Hausrecht in den Gesetzesentwurf geschafft hat“, fährt der NGVT*-Vorstand fort. In der Regelung geht es darum im Einzelfall trans* Frauen den Zugang zu Umkleidekabinen, Saunen, Fitnessstudios oder ähnlichen verwehren zu können. Dies beurteilt der Vorstand des NGVT* NRW als unhaltbares falsches Signal. „Diese Regelung reproduziert das diskriminierende, realitätsferne und von insbesondere rechten Ideolog*innen geschaffene Bild des Mannes, der sich als trans* Frau ausgibt, um in Frauenschutzräume einzudringen.“ Jona Mähler von der Landeskoordination Trans* NRW fährt fort: „Es sollte geprüft werden, ob diese Regelung rechtlich haltbar ist. Zwar wird von politischer Seite versichert, dass das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz von dieser Regelung nicht berührt wird und dass das Hausrecht nicht aus trans*feindlichen Motiven ausgeübt werden darf. Unabhängig davon wird diese Regelung aber Auswirkungen haben, falls sie Gesetz wird. Ich befürchte, dass diese Regelung zusätzlichen trans*feindlichen Diskriminierungen und Ausschlüssen den Weg bereiten würde. Außerdem würde allein die Angst vor Diskriminierung neue Hürden für die Teilhabe von trans* Menschen an entsprechenden Angeboten darstellen.“

 



Einschränkung der geschlechtlichen Selbstbestimmung im Kriegsfall
Ein weiteres nach Ansicht des NGVT*-Vorstands kritikwürdiges Element des Gesetzesentwurfs ist der Paragraf über die Aussetzung der Möglichkeit der Änderung des Geschlechtseintrages von „männlich“ zu „weiblich“ oder „divers“ im „Spannungs- und Verteidigungsfall“. Begründet wird diese entworfene Regelung mit der Sorge cis Männer könnten das Selbstbestimmungsgesetz im Kriegsfall ausnutzen um einer Einberufung zu entgehen. „Die Rechte von trans* Menschen dürfen auch im Kriegsfall unter keinen Umständen ausgesetzt oder weiter eingeschränkt werden“, fasst der Vorstand des NGVT* NRW die eigene Position zusammen. „Zwar sieht die entworfene Regelung Ausnahmen für den Fall vor, dass das Aussetzen der Änderungsmöglichkeit im Einzelfall eine ‚unbillige Härte‘ darstellen würde. Aber wir hören von trans* Menschen, wie sehr sie jegliche Aussicht auf neue Einschränkungen der Selbstbestimmung belastet.“ Und Mika Schäfer von der Landeskoordination Trans* ergänzt: „Jedes Element des Selbstbestimmungsgesetzes muss im Kontext der langen Geschichte staatlicher, institutioneller und alltäglicher Trans*feindlichkeit betrachtet werden. Nach dem Unrecht und der Gewalt durch den Staat, die trans* Menschen in Deutschland im Nationalsozialismus, aber auch durch das TSG mit seinen menschenfeindlichen Regelungen insbesondere zu Zwangssterilisationen und Zwangsscheidungen erfahren haben, sollte die Regierung den Verletzungen und Traumata der Trans*-Community sensibel, und vor allem durch ein klares Bekenntnis zu geschlechtlicher Selbstbestimmung ohne Ausnahmen begegnen. Außerdem sollten die im Koalitionsvertrag und im Eckpunktepapier angekündigten Entschädigungen für trans* und inter* Menschen endlich umgesetzt werden“, hebt Mika Schäfer von der Landeskoordination Trans* NRW hervor.

 



Offenbarungsverbot
Positiv zu bewerten ist die geplante Stärkung des Offenbarungsverbots, welches Personen nach einer Namens- und Personenstandsänderung vor Diskriminierung schützen soll. Das Offenbarungsverbot war zuvor bereits Teil des TSG, aber wurde in diesem Zusammenhang häufig als „zahnloser Tiger“ bezeichnet. Nun soll das Zuwiderhandeln als eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000€ geahndet werden können. „Wir wünschen uns einen weiteren Ausbau des Anwendungsbereiches, insbesondere auf einige Offenbarungsakte, für die ein absichtliches Handeln nicht klar nachweisbar ist“, so der NGVT*-Vorstand.

 



Nächste Schritte
Bis zum 30.5.2023 können Verbände Stellungnahmen zum Referent*innenentwurf abgeben. Wir hoffen sehr, dass die Änderungsvorschläge der Selbstorganisationen umfangreichen Eingang in den Gesetzestext finden. Neben den oben genannten Punkten halten wir eine Weiterentwicklung der Regelungen zum Gesundheitsbereich, zum Sport und zu Quoten für sinnvoll. Den Gesetzgebungsprozess sowie weitere Prozesse, wie die Abstammungsrechtsreform und den Aufbau eines Entschädigungsfonds, wird das NGVT* NRW aufmerksam begleiten.

 



Transgender Day of Visibility 2023

Liebe Trans*-Community, liebe Verbündete,
der jährliche Transgender Day of Visibility (TDoV), der internationale Tag der Sichtbarkeit von trans* Menschen, soll die vielfältigen Perspektiven und Lebensrealitäten von (binären und nicht-binären) trans* Menschen sichtbarer machen. Auch durch das anstehende Selbstbestimmungsgesetz bekommen die Bedarfe von trans* Menschen nun in den Medien mehr Raum.  Das Bewusstsein für rechtliche, institutionelle und alltägliche Diskriminierungen gegenüber trans* Menschen wird größer und es wird deutlich, wie weit entfernt trans* Menschen noch von einer vollständigen Selbstbestimmung sind. Zugleich werden trans*feindliche Stimmen deutlich lauter und verbale und körperliche Gewalt sowie Ausschlüsse nehmen zu. Trans* Menschen leben weiterhin und zunehmend in Angst, vor allem, wenn sie zusätzlich von weiteren Diskriminierungsformen betroffen sind.

Umso wichtiger ist es auf bestehende Diskriminierungen von trans* Personen (auch im digitalen Raum) aufmerksam zu machen. Denn die vielfach trans*feindliche Stimmung kann trans* Menschen online und offline gefährden. So wird Sichtbarkeit von trans* Personen sehr unterschiedlich und sehr facettenreich erlebt: Sichtbarkeit kann zum einen sehr befreiend und empowernd sein, aber ebenso gefährlich und herausfordernd. Deshalb sollte sich kein trans* Mensch gedrängt fühlen sichtbar zu sein. Für viele trans* Menschen ist es allerdings keine situationsbedingte Entscheidung, ob sie als trans* sichtbar sein möchten oder nicht. Und auch trans* Menschen sind, abhängig von ihren Positionierungen und Ressourcen, unterschiedlich verletzbar.

Wir wollen am heutigen Transgender Day of Visibility dazu aufrufen uns gegenseitig zu unterstützen und miteinander zu solidarisieren, die Stärke unserer Community zu feiern und gleichzeitig auf bestehende Ausschlüsse hinweisen. Wir können uns gegenseitig stärken und im Schmerz halten, ob wir offen trans* leben oder nicht. Wer möchte kann sich gerne in den Kommentaren austauschen und vernetzen. Der NGVT*-Vorstand hat zudem im Vorfeld des TDoV Postkarten mit NGVT*-Briefmarken verteilt und dazu eingeladen Forderungen, Wünsche oder an nahestehende trans* Menschen auch einfach einen lieben Gruß zu verschicken. Wenn ihr mögt, teilt gern hier und/oder unter #tdov und #ngvt eure Gedanken oder Bilder von den Postkarten.

Wir rufen ausdrücklich Verbündete der Trans*-Community dazu auf, sich für die vielen Facetten, die Sichtbarkeit für unterschiedliche trans* Menschen hat, zu sensibilisieren, sich gegen Diskriminierung stark zu machen und den Themen und Bedarfen von trans* Menschen Raum zu geben. Trans* Perspektiven sind wunderbar und vielfältig und müssen wahrgenommen werden. Einen guten und sicheren Transgender Day of Visibility wünschen wir Ihnen und euch.
Illustration: Jespa Jacob Smith

 


Trans*-Peerberater*innen-Qualifizierung: Anmeldung bis zum 23.04. möglich

Nach drei Durchgängen in den Jahren 2017, 2019 und 2021 bieten das NGVT* NRW und die Landeskoordination Trans* NRW im Jahr 2023 wieder eine Fachqualifizierung für Trans*-Peerberater*innen an. Sie richtet sich an trans* und nicht-binäre Menschen, die in NRW andere trans*und nicht-binäre Menschen beraten.
Ziel der Qualifizierung ist es, Trans*-Peerberater*innen durch die Vermittlung und Vertiefung von fachlichen Grundlagen und Beratungsfähigkeiten in ihrer Arbeit zu unterstützen. Der Teilnahmenachweis kann dazu genutzt werden, gegenüber Beratungssuchenden, Institutionen etc. einen qualitativen Mindeststandard der Beratung auszuweisen.
Die Qualifizierung besteht in diesem Jahr aus drei Modulen, die von unterschiedlichen Referent*innen geleitet werden. Alle Module finden in der Jugendherberge Dortmund statt mit der Möglichkeit von Samstag auf Sonntag vor Ort zu übernachten (in Einzelzimmern).

Hier eine Übersicht über die Termine, Themen und Refererent*innen der Module:
3. Juni 2023: Einstieg (Hannah Engelmann-Gith)
4. Juni 2023: Grundlagen geschlechtlicher Vielfalt und spezifische Beratungsbedarfe nicht-binärer Menschen (K* Stern)
22. Juli 2023: Trans*-Gesundheit (K* Stern)
23. Juli 2023: Trans* & Recht – juristische Grundlagen (Dr. Louis Kasten)
19. August 2023: Beratungsgrundlagen (Né Fink)
20. August 2023: Beratungstechniken und Abschluss (Hannah Engelmann)


Hier ein paar Informationen zu den Referent*innen:
Hannah Engelmann-Gith (sie/ihr) ist freie Referentin für Gender Diversity. Sie hat langjährige Erfahrung in der Beratung von trans*_nicht-binären Menschen, unter anderem als ehemalige Leitung der Trans*Beratung Göttingen. Publikationen u.a.: "Vorsorge & Trans*Gesundheit“ (2020, mit Dany Hewelt) und „Antiqueere Ideologie. Die Suche nach identitärer Sicherheit – und was politische Bildung dagegen ausrichten kann“ (2019). Aktuell forscht sie als Promotionsstipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu rechter Geschlechterpolitik.
Webseite: www.hannah-engelmann.de
Né Fink (dey/deren) ist als Sensibilisierungs- und Empowerment Trainer zum Thema geschlechtliche Vielfalt selbständig. Né ist Systemischer Berater und ehrenamtlich seit 2016 in der Trans*Beratung Göttingen aktiv und berät dort trans* Personen, Zu- und Angehörige, sowie Multiplikator*innen. Dey hat die Publikation „Abinäre Personen in der Beratung“, herausgegeben vom Queeren Netzwerk Niedersachsen e.V., mitverfasst.
Webseite: https://ne-fink.de
K* Stern (kein Pronomen) ist Heilpraktiker*in für (Körper)Psychotherapie und Trainer*in für geschlechtliche Vielfalt und körperorientierte Resilienzförderung. K* hat unter anderem den Einführungsband der Buchreihe „Geschlechter und Sexualitäten in Psychotherapie und Beratung“ (im Erscheinen) mitverfasst.
Webseite: www.praxis-kstern.de
Dr. Louis Kasten (er/sein) berät als Volljurist seit vielen Jahren öffentliche Stellen, Beratungsstellen und Community-Projekte wie die Kampagne für eine Dritte Option beim Geschlechtseintrag zu Rechten und juristischen Schwierigkeiten von trans* Personen und insbesondere nicht-binären Personen. Themenschwerpunkte sind hierbei Namensänderungen und Personenstandsänderungen, sowie Elternschaft und Kostenübernahme bei medizinischen Maßnahmen.
Auch in diesem Jahr wird die Qualifizierung vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, das Programm und die Materialien werden übernommen und Fahrtkosten werden erstattet.
Die Anmeldung ist ab sofort per Mail an info@lako-trans.nrw möglich. Schreibt gern dazu, im Rahmen welcher Gruppe oder in welchem Zusammenhang ihr andere trans*_nicht-binäre Menschen beratet. Die Anmeldefrist ist der 23.04.2023. Es gibt zehn Plätze. Wenn es mehr Anmeldungen als Plätze gibt, entscheiden wir in der Woche nach der Anmeldefrist, welche zehn Personen teilnehmen können, und melden uns bei euch.


Wir freuen uns auf eure Anmeldungen! Meldet euch auch gern per Mail, wenn ihr Fragen zur Qualifizierung habt.





Neue Broschüre zur Teilhabe von trans* und nicht-binären Menschen am Sport

Die Broschüre „Teilhabe von trans* und nicht-binären Menschen am Sport“ der Landeskoordination Trans* NRW ist erschienen!

Die Broschüre beleuchtet konkrete Herausforderungen, mit denen trans* und nicht-binäre Menschen im Breitensport konfrontiert sind. Gleichzeitig widmet sie sich Bedarfen und Wünschen von trans* und nicht-binären Menschen an die Gestaltung von Sportangeboten. Für Vereine, Sportunternehmen, Verbände, Sportbünde und Akteur*innen in Politik und Verwaltung werden Handlungsmöglichkeiten für einen trans*- und nicht-binär-inklusiven Breiten- bzw. Hobbysport aufgezeigt. Auch positive Beispiele aus dem Sportbetrieb werden vorgestellt.

 

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit liefert diese Broschüre Ansatzpunkte, um die Teilhabe von trans* und nicht-binären Menschen am Sport zu verbessern und barriereärmer zu gestalten.

 

https://strato-editor.com/.cm4all/uproc.php/0/Aktuelles/.Cover%20Onlineshop.jpg/picture-400?_=185edb4c020
Die Broschüre basiert auf einem Fachgespräch mit neun trans* und nicht-binären Expert*innen, das von der Landeskoordination Trans* NRW im Juni 2022 veranstaltet wurde. Den Text verfasste Jannis Ruhnau im Austausch mit der Landeskoordination Trans* NRW. Das Layout und die Illustrationen hat Louie Läuger (tenderrebellions.com) gestaltet.
Die Broschüre kann hier im PDF-Format heruntergeladen und hier kostenfrei in gedruckter Form bestellt werden. Wir freuen uns über Rückmeldungen zur Broschüre (gern per Mail an info@lako-trans.nrw) und über Unterstützung bei der Verbreitung!


 






Neue Webseite www.trans-angebote.nrw


Bist du auf der Suche nach einem Beratungsangebot für trans*_nicht-binäre Menschen in deiner Stadt oder Region? Möchtest du wissen, ob das Selbsthilfetreffen, das dich interessiert, eine spezifische Zielgruppe hat oder ob der Zugang zu den Räumlichkeiten barrierefrei ist? Fragst du dich, wo du Trans*-Beratung auf Englisch findest oder wo es Online-Beratungsangebote gibt?


Dann bist du auf der neuen Webseite www.trans-angebote.nrw richtig!

Hier findest du eine aktuelle Übersicht über Angebote und Unterstützungsstrukturen für trans* und nicht-binäre Menschen in NRW. Über die Suchmaschine kannst du Angebote nach Orten und weiteren Kriterien filtern und so hoffentlich ein für dich passendes Angebot finden.

Die Webseite wird regelmäßig aktualisiert. Sie ist im Auftrag der Landeskoordination Trans* NRW entstanden und wurde vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration finanziert.
#transsupport #transpeerberatung #nrw


 


Transgender Day of Remembrance 2022

[CN: trans*feindliche Gewalt, Tod, Suizid]


Heute gedenken wir am jährlichen Transgender Day of Remembrance den aus trans*feindlichen Gründen im vergangenen Jahr ermordeten und durch Suizid gestorbenen trans* und nicht-binären Menschen.

Gerade in den letzten Monaten war trans*feindliche Gewalt nach dem tödlichen Angriff auf Malte in unseren Communitys und auch in den Medien sehr präsent. Wir sind und bleiben geschockt, betroffen, erschüttert und tief traurig. Malte und Ella, die sich im September vergangenen Jahres in Berlin öffentlich verbrannte, tragen wir schmerzlich in unseren Herzen, ebenso wie die Menschen aus unseren Trans*-Communitys in NRW, die mit ihren Suiziden unfüllbare Lücken in unseren Gruppen und Herzen hinterlassen haben. Und wir trauern um alle trans* und nicht-binäre Menschen, die weltweit durch trans*feindliche Gewalt und Suizid gestorben sind und sterben. Wir denken auch an all die Menschen, die den Verstorbenen persönlich nah standen.

Die Unterstützung von Community-Strukturen, Organisationen, Institutionen und der breiteren Gesellschaft nach dem Tod von Malte hat uns sehr bewegt. Doch der Schmerz und die Wut bleiben, ebenso wie die Entschlossenheit, weiterhin gemeinsam gegen trans*feindliche Gewalt und die diskriminierenden Strukturen und Diskurse, die ihr zugrunde liegen, zu kämpfen.

Am heutigen Tag möchten wir darauf aufmerksam machen, dass trans*feindliche Gewalt nicht als Einzelfall betrachtet werden sollte, sondern als das zugrundeliegende System: Denn trans* und nicht-binäre Menschen werden in einer cisnormativen Gesellschaft häufig unterdrückt, diskriminiert und erfahren Gewalt. Besonders betroffen sind trans* Frauen und trans*weibliche Bi_PoC.  Deshalb ist es beim Kampf gegen Trans*feindlichkeit extrem wichtig Mehrfachdiskriminierungen und-positionierungen zu berücksichtigen und gegen jede Form der Gewalt und Diskriminierung zu kämpfen.

Trans* und nicht-binäre Menschen sind häufig massiven psychischen und emotionalen Belastungen ausgesetzt. Dies kann möglicherweise, gerade wenn der Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten erschwert ist, zu Suizidgedanken beitragen. Wenn ihr Suizidgedanken habt und euch vorstellen könnt, darüber zu sprechen, könnt ihr jederzeit unter der Nummer 0800-1110111 anonym eine Telefonseelsorgestelle erreichen.

Ihr habt selbst trans*feindliche Gewalt erlebt? Bei Fragen zur polizeilichen Strafanzeige von trans*feindlicher Gewalt seid ihr dazu eingeladen euch bei der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule & Trans* in NRW zu melden: https://vielfalt-statt-gewalt.de/

Heute veranstalten viele Gruppen und Initiativen in NRW Gedenkveranstaltungen, Aktionen und Demos zum TDoR. Das NGVT* unterstützt beispielsweise die Aktionen des Jugendzentrums PULS* in Düsseldorf im Rahmen der trans* awareness week. Heute seid ihr dort zu Redebeiträgen und einem kleinen Konzert eingeladen – https://www.instagram.com/p/Ckvr_MEN4JH/?hl=de.

Das Foto zeigt Menschen, die im Rahmen einer Kundgebung zum TDoR 2019 in Bielefeld zum Gedenken gemeinsam Namen von ermordeten trans* Menschen an einem Band tragen. Darüber steht: Transgender Day of Remembrance – Wir gedenken

 



„Trans* & Recht“ – Jura-Fortbildung für Trans*-Peerberater*innen am 5.11.

Am 5.11.2022 findet von 11:00 bis 17:30 Uhr in der Jugendherberge Dortmund eine Jura-Fortbildung für Trans*-Peerberater*innen statt, organisiert von der Landeskoordination Trans* NRW. Sie richtet sich an trans* und/oder nicht-binäre Menschen, die ehrenamtlich oder beruflich andere trans* und/oder nicht-binäre Menschen beraten. Die Veranstaltung wird von dem Juristen Louis Kasten geleitet, der schon im Rahmen der Trans*-Peerberater*innen-Qualifizierungen des NGVT* referiert hat.

Inhaltlich wird es um den aktuellen Stand rechtlicher Regelungen aus den Bereichen Vornamens- und Personenstandsänderung, Krankenversicherung, Elternschaft und Antidiskriminierung gehen, mit einem Ausblick auf vermutlich kommende Regelungen, insbesondere mit dem Selbstbestimmungsgesetz.

Wir freuen uns über eure Anmeldungen per Mail an info@lako-trans.nrw. Die Anmeldung ist ab sofort bis zum 18.10.2022 möglich. Im Anschluss verschicken wir die Anmeldebestätigungen. Falls am 18.10. noch nicht alle Plätze belegt sein sollten, könnt ihr euch auch später noch anmelden.

 



 Empowermenttag für trans* Bi_Poc

Ihr wollt einen ganzen Tag nur mit anderen trans* und nicht-binären Bi_PoC aus NRW verbringen und gemeinsam auftanken? Dann kommt zum Empowermenttag am 21.08.22.
Es wird von 11:30 bis 18:00 Uhr ein offener Space angeboten. Hier wird vor allem Raum gegeben, Erfahrungen auszutauschen und über Themen rund um trans* und Bi_PoC sein sprechen zu können. Natürlich dient der Raum auch zum Vernetzen und Zusammenkommen. Der offene Space wird von Elissar begleitet. Vor Ort gibt es Snacks und Getränke für euch.  
Richtig abschalten und eine Pause vom Alltag machen könnt ihr zudem in den beiden Körpererfahrungsworkshops von Kuem. Der erste Workshop (12:30-14:00 Uhr) legt den Fokus auf „Energetisieren – Atem und Körper in Bewegung“, der zweite Workshop (15:30-17:00) Uhr widmet sich dem Thema: „Entspannen – Wohltuende Selbstmassage“. Wenn ihr teilnehmen wollt, dann bringt euch bitte eine Yogamatte oder eine Decke und ein Kissen zum Hinsetzen und bequeme Kleidung mit. Da die Teilnehmer*innenanzahl der Workshops begrenzt ist bitten wir euch eine formlose Mail (nur Namensangabe und an welchen Workshops ihr teilnehmen wollt) an info@lako-trans.nrw zu senden. Also sichert euch euren Workshopplatz. Sollte es noch freie Plätze geben ist es auch möglich an dem Tag noch spontan mitzumachen.
Der Tag ist sehr offen gestaltet, sodass ihr zu keiner festen Zeit da sein müsst und auch gerne spontan vorbeikommen könnt. Einzig bei den Workshops gibt es festgelegte Zeitfenster. Für den Tag haben wir das gesamte rubicon gemietet, sodass wir einen trans* Bi_PoC only space haben. Der Empowermenttag wird als 3G Veranstaltung durchgeführt. Wir bitten euch getestet zu kommen.

Wer? 

 

Trans* und nicht-binäre Bi_PoC
Wann?
21.08.22
Offener Space: 11:30-18:00 Uhr
1. Körpererfahrungsworkshop: 12:30-14:00 Uhr
2. Körpererfahrungsworkshop: 15:30-17:00 Uhr
Wo?
rubicon, Rubensstraße 8 – 10, 50676 Köln
Fragen?
Schreibt einfach an info@lako-trans.nrw


Körpererfahrungsworkshop für trans* und nicht-binäre Personen mit Alexander Hahne
„Mein Körper und ich – Erfahrungen, Vorstellungen und Sichtbarkeit. Ein praktischer Empowerment Workshop.“
Am 31.07.22 habt ihr die Gelegenheit in einem empowerden Körpererfahrungsworkshop eurem Körper mal ganz anders zu begegnen und zu wahrzunehmen.
Wann? 31.07.22 von 10-16 Uhr (mit Pausen)
Wo? Jugendherberge Dortmund, Silberstraße 24-26, 44137 Dortmund
Wie? Anmelden könnt ihr euch bis zum 28.07.22 mit einer Mail an info@lako-trans.nrw (Ein Anmeldeformular wird euch dann zugeschickt)
Was? Bringt bitte bequeme Kleidung, etwas zum Schreiben und eine Yogamatte oder etwas Ähnliches wie ein Kissen oder eine Decke auf die ihr euch draufsetzen oder -legen könnt mit.
Die Teilnahme ist kostenlos. Kosten für die Hin- und Rückfahrt können gegen eine Fahrtkostenabrechnung mit Originalbelegen erstattet werden (bei Zügen nur Fahrten in der 2. Klasse und Nahverkehr). Das Formular für die Fahrtkostenabrechnung wird bei der Veranstaltung zur Verfügung stehen.
Teilnehmen könnt ihr, wenn ihr geimpft oder genesen seid und einen negativen COVID-Test von einer offiziellen Teststelle mitbringt, der nicht älter als 24 Stunden ist.
Weitere Details zum Workshop findet ihr hier:
In diesem 6 ­stündigen Workshop kannst du deinen Körper in Bewegung und Ruhe erleben, dich mit und ohne Körperkontakt spüren und kennen zu lernen (Körperkontakt ist optional). Der Fokus des Workshops wird innere Kraft und körperliche Präsenz sein. Wie verändert deine innere Kraft deine körperliche Präsenz? Wie ist es für dich Raum einzunehmen oder dich bewusst zurückzunehmen? Wie fühle ich mich Innen und wie wirke ich nach Außen? Wir werden verschiedene Übungen aus der Körperarbeit und dem Improvisationstanz durchführen und unserer inneren Kraft ein Stück näher kommen. Ein paar Übungen enthalten Körperkontakt – das können Berührungen mit den Händen sein, sich Rücken an Rücken bewegen oder z. B. eine Massage an einem selbstgewählten Körperteil bekommen oder geben (angezogen und ohne Öl). Wenn du das nicht möchtest, wird es alternativen dazu geben. Zwischendurch gibt es immer wieder angeleitete Phasen zur Selbstreflexion und Rede-Austausch. Wir werden etwa die Hälfte der Zeit in Stille und Bewegung sein, die andere Hälfte wird mit Gesprächen gefüllt. Durch körperpraktisches Erleben nähern wir uns unserem Körper, unserer inneren Kraft und Präsenz an und nehmen unseren Körper explizit wahr. Gemeinsame Reflexionsfragen bieten die Möglichkeit einen Schritt weiter zugehen, auf dem Weg zu deinem Platz in unserer Gesellschaft.
Alle Transitionserfahrungen und trans* und nicht-binäre Geschlechtsidentitäten sind willkommen, ob schon 15 Jahre oder länger her oder ganz am Anfang, du bist herzlich Willkommen.
Personenbeschreibung von Alexander Hahne:
Alexander Hahne (er), schwuler trans Mann, Sexualpädagoge (gsp), Sexological Bodyworker (ISB), Tänzer und pleasure Aktivist. Gruppen und Einzelbegleitungen rund um die Themen Körperwahrnehmung, Intimität und Sexualität. Referent für trans spezifische Sensibilisierungsarbeit für sexuelle Gesundheit.
www.alexanderhahne.com und https://www.instagram.com/alexander_hahne/



 

Austausch mit dem MKJFGFI
Letzte Woche hatten die Landeskoordination Trans* NRW, sowie die Landeskoordination Inter*, die Fachstelle Regenbogenfamilien NRW und das Queeres Netzwerk NRW Besuch aus dem zuständigen Landesministerium MKJFGFI. Chancen NRW In einem angeregten Austausch mit Dagmar Friedrich und dem Referat 24 (LSBTIQ*) konnte die Landeskoordination Trans* NRW über ihre Arbeit sowie aktuelle Themen und Bedarfe der trans* Community berichten. #trans#transnrw#lakotransnrw#nichtbinär#transgender#ngvt



 

Broschüre „work in progress“ erschienen

 

Mit großer Freude können wir nun die Broschüre „work in progress – Mädchen und Frauenräume trans*inklusiv (weiter-)entwickeln“ vorstellen.

In der Broschüre finden sich zum einen die Perspektiven und Positionen von trans* und nicht-binären Menschen, welche Ein- und Ausschlüsse thematisieren. Zum anderen geben Teams und Organisationen Einblicke in ihre Arbeit, in die Strukturen der Mädchen- und Frauenarbeit sowie in den den Prozess einer trans*inklusiven Entwicklung. Ergänzt werden die Artikel durch Steckbriefe von Projekten in NRW, welche trans*inklusiv und trans*sensibel arbeiten.

Die Broschüre vereint eine große Vielzahl von Artikeln und Perspektiven und benennt zugleich Leerstellen, die nicht abgebildet sind. Geschrieben und redaktionell gerahmt wurde die Broschrüre von Kat Feyrer und Mo Zündorf. Außerdem sind in der Broschüre Artikel von folgenden Autor*innen zu finden: Leyla Jagiella, René_ Rain Hornstein, Alexander Mounji, Béla Krell und Zara Jakob Pfeiffer, Lisa Jaeppelt und Nadège Ribitzki (Pro Mädchen- Mädchenhaus Düsseldorf), Trans* AG der Autonomen Hamburger Frauenhäuser und der 24/7, Marthe Heidbreder und Sanata Nacro (LAGM*A NRW) und Larissa Hassoun und Silvia Zenzen (bff – Frauen gegen Gewalt).

Gefördert wurde die Broschüre vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Online zu finden ist die Broschüre hier. Gedruckte Exemplare können hier bestellt werden.

 




Transgender Day of Visibility 2022
Wir wünschen am heutigen Transgender Day of Visibility (TDoV) allen trans* und nicht-binären Menschen einen stärkenden Tag!
Im Rahmen des Trans*-Vernetzungstreffens am vergangenen Wochenende haben sich trans* und nicht-binäre Menschen aus NRW gemeinsam mit den vielfältigen Facetten von Sichtbarkeit als trans* und/oder nicht-binäre Person auseinandergesetzt. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an alle Beteiligten. Die Ergebnisse sind auf facebook und Instagram zu sehen. Sie machen die individuelle und gesellschaftliche Ambivalenz von Sichtbarkeit als trans* und/oder nicht-binärer Mensch deutlich.
Für die verschiedenen Bedeutungen von Sichtbarkeit für unterschiedliche trans* Menschen wünschen wir uns Sensibilität. Außerdem sollen die Forderungen einer vielfältigen Trans*-Community sichtbar gemacht werden. Gemeinsam mit einer starken Community und Unterstützer*innen setzen wir uns jeden Tag dafür ein, Diskriminierung abzubauen und ein selbstbestimmtes Leben für alle zu erstreiten.


 









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